Sonntag, 7. Mai 2017

Marcel Duchamps "La Fontaine"

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„La Fontaine“ - Duchamps berüchtigtstes Ready-made

Bei diesem umstrittenen Kunstwerk handelt es sich um eines seiner berühmtesten Kunstwerke: ein Urinoir/ Pissoir auf den Rücken gelegt, amerikanischer Durchschnitts-Massenproduktion, versehen mit der Signatur R. Mutt .
1917 bringt er die „Fontaine“ zu einer New Yorker Ausstellung im Rahmen des „Salons der Unabhängigen“ unter dem Namen R. Mutt getarnt. Jedoch wurde sein Werk aus der Kunsthalle entfernt, da man diesen industriell gefertigten Gegenstand keineswegs Kunst nennen wollte. Einige bezeichneten das Urinal sogar als unmoralisch und vulgär.
Duchamp hat sich für den Namen „Fontaine“, Springbrunnen/ Usprung, anstelle von „Urinal“ entschieden, um das Pissoir durch Verfremdung zum Kunstgegenstand zu erheben. Er provoziert mit der „Fontaine“ den guten Geschmacks der Bürger, indem er ein Objekt auswählte, das am wenigsten Chance hatte, anerkannt zu werden. Eine Pissoir-Schüssel – es gibt sehr wenige Personen, die das wunderbar finden. Denn die Gefahr ist das künstlerische Ergötzen. Aber man kann veranlassen, dass die Leute alles schlucken: Das ist dann auch passiert.“ (Duchamp)
Stellt man das „R.“ hinten an, so entsteht das deutsche Wort „Mutt[e]R.“, was keine ungewöhnliche Interpretation wäre, da Duchamp gerne Wortspiele in fremden Sprachen verwendet hat. Mütter sind der Ursprung des Lebens, was das Wort „Fontäne“ und die vaginale Form des Pissoirs erklären könnte.



Die Kunstwerke Duchamps machten in ihrer Komplexität das traditionelle Kunstverständnis fraglich. Auch das Fehlen des eigentlichen kreativen Aktes in seiner Kunstproduktion ließ die Frage nach der Bedeutung von Kunst aufkommen. Marcel Duchamps Schaffen galt vielen nachfolgenden Strömungen als Quelle der Inspiration...
 


Montag, 20. Februar 2017

kl.11 "die liegende"

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Die Liegende
Das Motiv der liegenden unbekleideten Frau hat in der Kunstgeschichte eine lange Tradition und entwickelte sich – so wie die Kunstgeschichte insgesamt vom religiösen, abbildenden zum realistischen und auch mit der Rezeption spielenden Darstellung…
Tizian  “Venus von Urbino” , 1538, 165 cm × 119 cm

Manet “Olympia” ,1863, 130,5 × 190 cm
Im Pariser Salon von 1865 löste Manets Bild einen der größten Skandale der Kunstgeschichte aus.  Dabei zeigen beide Bilder eine nackte Frau in nahezu identischer Körperhaltung. (Manet hatte Tizians Bild auf einer Studienreise kopiert.)  Die Venus von Urbino und Olympia sind beide im Inneren eines Hauses platziert und auch bei Tizian ist der Hintergrund durch eine auffällige Senkrechte, welche den Blick zum Schoß der Liegenden führt, in zwei Abschnitte getrennt. Beide dargestellten Frauen stützen sich in gleicher Weise auf ihren rechten Arm, beide tragen sie rechts einen Armreif, beide lassen die linke Hand in ihrem Schoß ruhen, und beide wenden ihr Gesicht dem Betrachter zu. Auch ein Haustier befindet sich in beiden Darstellungen auf dem Fußende des Bettes; bei Tizian ist es ein schlafender kleiner Hund. Außerdem wiederholt sich, dass sich hinter der liegenden Frau bekleidete Personen befinden, ihre Blöße im Vordergrund dadurch betonend. 
Und doch ist die Absicht und die Wirkung der Darstellung vollkommen unterschiedlich!
Dazu schaut euch die beiden Videos an..
https://www.khanacademy.org/humanities/becoming-modern/avant-garde-france/realism/v/manet-olympia-1863-exhibited-1865

Mittwoch, 18. Januar 2017

Land Art


In Europa benutzter Begriff – in USA wird eher Earthworks oder Earth Art, in England auch Environmental Art benutzt.
 "The significance of the work is in its effort not in its intentions. And that effort is a state of mind, an activity, an interaction with the world." - Richard Serra

 

Land Art enstand Ende der 1960iger Jahre in den USA als deutliche Haltung gegenüber des konsumistischen Kunstbetriebes. Die Künstler wollten Werke schaffen, die nicht transportabel, nicht käuflich,  teils auch nicht dauerhaft waren.



Ihre Kunstwerke wurden selbst Teil einer (neuen) Landschaft.
Erst später in Europa, durch den Einfluss der Ökologiebewegung, steht die gesellschafts- und kunstkritische Komponente nicht mehr im Mittelpunkt des Interesses. Es geht der Mehrzahl der Künstler nun weniger um provozierende, radikale Gesten in der Landschaft als vielmehr um feinfühlige, häufig dekorative Setzungen von vergänglichen Objekten in die Natur.



Mögliche Merkmale:
-       der Ort ist wichtig. DerRezipient wird mindestens für den Raum sensibilisiert. Es ist ein erlebbarer Raum: erlaufbar, Perspektivenwechsel möglich, riechbar, ertastbar, schmeckbar, sich durch die Zeit verändernder …
-       oftmals hat die Zeit eine Relevanz , die Vergänglichkeit, oder ein bestimmter Zeitpunkt (zB Licht, Tiede, etc..)
-       durch den Betrachter wird das Kunstwerk beeinflussbar, er kann “mitmachen”
-       das Werk ist öffentlich zugänglich, nicht privat oder eingeschlossen

- zB: Christo & Jeanne-Claude



- zB:  Walter De María

Montag, 16. Januar 2017

arbeitsauftrag kl.11

Ihr Lieben,
tut mir leid, dass ich heute nicht mit euch eure Ideen besprecen kann. aber das passiert noch...
Bei eurer Evaluation kam u.a. heraus, dass ihr den Arbeitsauftrag klarer formuliert braucht. dazu moechte ich an anderer Stelle noch etwas sagen. in diesem Falle, also hier klipp und klar; das soll bei dem Projekt mit dem Stoff sein:

1. im Skizzenbuch soll die Entwicklung der Ideen zeichnerisch nachzuvollziehen sein. Gerne sind hier auch Erläuterungen dabei, mindestens 3Skizzen. Farbproben.
Der Stoff muss natuerlich einen nachzuvollziehenden Hintergrund bilden. Ich kann nicht mal eben den Stoff als Leinwand benutzen und darauf eine Landschaft malen, weil ich dazu Lust habe, - sondern, der Stoff dient als Inspirationsquelle und Begruendung!

2. das Werk an und fuer sich.
Wenn ihr Material oder Werkzeuge braucht (oder die Skizzenbuecher), dann geht zu anderen Kunstlehrerinnen und lasst euch aufschliessen. Ich habe die Kolleginnen vorgewarnt...

3. die Präsentation.
Ueberlegt - und skizziert! - wie ihr am Ende eure Arbeit praesentieren wollt. Plakat, Video, Objekt auf Sockel,  Bild aufhaengen, Text daneben...
Auf jeden Fall werdet ihr auch einen schriftlichen Teil mit ausstellen. Auch da sollte ueberlegt werden - wie!
Denn die Form macht viel aus...


bis zum naechsten Mal habt ihr alle euren Part 1. komplett und den Part 2 mindestens schon angefangen - oder Material besorgt, wenn es die Schule nicht hat, etc...

ich freue mich ehrlich ueber eure Arbeitsergebnisse! ( Naechste Mal sammele ich die Skizzenbecher ein.)
alles Liebe und viel Spass!
eure bö

Sonntag, 19. Juni 2016

foto referatsthemen


hier findet ihr Namen von Fotografen, ueber die ihr ein Kurzreferat halten koennt.(diejenigen von euch, die evt Kunst als muendliches Pruefungsfach nehmen wollen, sollen unbedingt ein Kurzreferat halten!) das sind Vorschlaege!
Auch wenn ihr kein Referat haltet, solltet ihr Präferenzen haben.
wenn ihr selbst einen Favoriten habt, dann teilt es mit mit! recherchiert im Netz nach Fotos von den Fotografen, und entscheidet nach Gusto...
Hier sind FotografInnen, die ihre Fotos inszeniert oder retouchiert haben
- Antoine Geiger
- Annie Leibovitz
- David Lachapelle
- David Hockney
- Mitra Tabrizian
- Cindy Sherman
- Andreas Gursky
- Man Ray

die naechsten sind Dokumentarfotografen:
- Nan Goldin 
- Henry Cartier-Bresson
- August Sander
- Martin Parr
- Salgado
- Richard Avedon
- Diane Arbus
andere Themen koennten sein:
- Fotofaelschungen und Fotomanipulationen
- gibt es unmoralische Fotos?

der Unterrichtsinhalt wird von eurer Wahl beeinflusst!
also los, kommt in die Puschen und sucht mal ein bisschen! am besten man gibt bei der Suche gleich "Bildersuche" an...

Hinweise zum Referat:
Überziehe nicht die Vorgabe von 10 Minuten.
Fertige ein Handout fuer mich an und gib es mir mind. eine Woche vor dem eigentlichen Referat!
Informiere mich, welche Medien du (angemessen!) einsetzen willst.
Achte bei der Bildauswahl auf Signifikanz und ausreichende Qualität.
Schwerpunkt des Referates ist die Analyse einer Fotoarbeit!
Viel Spass!

FOTO Qualitätsmerkmale

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Qualitätsmerkmale eines Fotos:

Jedes Foto kann nach folgenden Kriterien beurteilt werden:

  1. Handwerkliche Qualität
  2. Kompositorische Qualität
  3. Inhaltliche Qualität

1. Das Foto sollte in der Regel scharf sein, es sei denn aus kompositorischen oder inhaltlichen Gründen ist es wichtig, dass eine Unschärfe existiert. Zum Beispiel kann es wichtig sein ein Objekt unscharf aufzunehmen, um seine Bewegung darzustellen.
Das Foto sollte auf einem ausreichend guten Träger (Papier) in entsprechend akzeptabeler Auflösung vorliegen.

2. Komposition  – hier einige Stichpunkte:
·       Formatwahl: Hoch- oder Querformat?
·       Figur – Hintergrundbeziehung: Was ist das Hauptmotiv?
·       Kontraste: Wie hebe ich das Motiv hervor?
·       Bildausschnitt:  Ist das Hauptmotiv ganz zu sehen oder nur ein Teil
·       Bildaufbau: Ist das Hauptmotiv mittig oder im Goldenen Schnitt am besten platziert
·       Betrachterstandpunkt - Blickwinkel : z.B. Vogelperspektive oder Froschperspektive
·       Komplexitätsgrad das Bild sollte nicht zu einfach, aber auch nicht zu „voll“ sein
·       Beleuchtung : Seitenlicht oder Licht von vorne – Gegenlicht ist oft unguenstig!
·       Bildlinien : dominieren Horizontale, Senkrechte oder Diagonale das Bild?
·       Schärfe Man kann bewusst Unschärfe einsetzen um Bewegung darzustellen oder Wichtiges von Unwichtigem abzuheben.
·       Brennweite : Weitwinkelaufnahme oder Detailausschnitt

3. Was sagt das Foto aus?
Man kann Bilder bestimmten Genres zuordnen, z.B.:
- Dokumentarfoto
- Portraitaufnahme
- Stilleben
- Landschaftsaufnahme
- Architekturfoto
- Modefoto

Inhaltliche Fragen, die man an ein Foto richten kann:
Was ist das Hauptmotiv?
Wie steht das Motiv zum Hintergrund?
Wo und wann wurde das Foto gemacht?
Ist das Bild gestellt, eine inszenierte Fotografie, oder eine Momentaufnahme?
Wo und wie stand der Fotograf zum Motiv?
Was geschah vor und nach dem Auslösen?
Fehlt etwas im Bild?
Woran erinnert dich das Bild?
Löst das Bild eine Stimmung aus?
Gibt es einen Titel? Was sagt der Titel über das Bild?
Warum hat der Fotograf das Bild gemacht?
Warum wurde das Bild ausgewählt? Was ist besonders?
Welche Hauptaussage hat das Foto?

Montag, 9. November 2015

kl.11 Funktionen des Design

Hier noch einmal ganz übersichtlich zum auswendig lernen ;)

Die praktische Funktion (Benutzerebene)

- Brauchbarkeit
- Beherrschbarkeit, Handhabung (Ergonomie)
- Sicherheit
- Pflege-Instandhaltung
- Haltbarkeit, Reparierbarkeit
- ökologische Aspekte

Die ästhetische Funktion (Betrachterebene)

- Formqualität
- Materialeinsatz
- Oberflächengestaltung
- Farbgebung
- Relation: Komplexität-Ordnung

Die symbolische Funktion (Besitzerebene)

- Zeitgeist - Gegenwartsbezug
- Gruppenzugehörigkeit - Status
- Gefühlsbindung - Objektbesetzung

Dann kommt natürlich noch die Kosten - Nutzen Analyse dazu, die die wirtschaftlichen Kriterien uintersucht:
Wie hoch sind die Anschaffungskosten, die Unterhaltskosten und der Wiederverkaufswert?