Dienstag, 20. Mai 2014

Werkanalyse, Margitte

"Les idees claires", 1948, Margritte, 
Öl auf Leinwand, Größe nicht bekannt



Werkanalyse 


je einen Punkt gibt es für die Nennung folgender Bilddaten: Magritte, Titel Jahr, Technik

je einen Punkt für die systematische Beschreibung: Meer (Welle), Himmel, Horizontlinie (oder Betrachterstandpunkt), Stein, Wolke, Licht

formale Analyse:

Komposition
- das Erkennen der (Mittel-)senkrechten , der Waagerechten
- die Aufteilung des Bildes in 3 Elemente, eins im Goldenen Schnitt ( ganz toll natuerlich, wenn ihr die leichte Schraege  von Wolke zu Stein zu Welle und die daraus folgende leichte Dynamik)
- die strenge und stabile Wirkung (die im Kontrast zum Dargestellten steht)

Farbe 

  - Farben: Blautöne, violett, weiß und schwarz
 - Hell-Dunkel-Kontrast
  - Lokalfarbe
  - glatter Farbauftrag/naturalistische Darstellung
                                                     

Raum  

 - starke Tiefenwirkung durch Luftperspektive, Lichtdarstellung (Binnenschatten)
  - Irritation durch unwirkliche Größenverhältnisse

Aussage                                     - Surrealismus

                                                   - Kombinations- Bild
- eine Irritation findet statt durch:
- das Wissen um den Gewichtsunterschied (Wolke-Stein) und dennoch verhalten sie sich gleich, heißt, Stein verhält sich wie eine Wolke, was unmöglich ist
- den Kontrast der Ästhetik: verschiedenenartigen Strukturen und verschiedener Farbeinsatz der Wolke und des Steines
- Kontrast des Inhaltes: Fels ist fest, langandauerd; Wolke ist locker, flüchtig
- dass diese Art von Bildern zu einer Bewusstseinserweiterung führen sollen, da sie uns mit unseren Sehgewohnheiten, unserem Wissen und deren Darstellung in einen Konflikt bringen
                                                    - dass es gegen Rationalismus / Logik verstößt
-        Durch diese permanente Irritation wird der Betrachter angehalten, sein Bild, welches er sich macht, immer wieder zu überprüfen.
-        auch durch den Titel wird der Betrachter verstärkt angehalten, sich über sein “Bild” vom Denken Gedanken zu machen
-        ein Bild kann wie ein Traum sein: irreal

Donnerstag, 8. Mai 2014

kl.11 Rene Margritte

René Margritte

 

-->1898-1967, belgischer Maler -->
Er genießt eine Sonderstellung zwischen den anderen Surrealisten seiner Zeit. Anstatt mit traumhaften Bildern und Welten zu arbeiten, stellte er alltägliche Dinge dar, in denen er das Fremdartige sucht, um das dahinter verborgene, rätselhafte sichtbar zu machen. Er erschafft Bilderrätsel und Denkspiele, deren Absurdität erst auf den zweiten Blick auffällt und den Betrachter irritieren soll. Auf den Kopf gestellte Verhältnisse und Wiedersprüche in seinen Werken regen an, über Kunst und Wirklichkeit nachzudenken.
"Warum ist die Wirklichkeit so, wie sie ist?"
Er malte sehr verschiedenartige Bilder, die man in eigene Kategorien einteilen kann.
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Die Collage-Bilder


"die Kombination von ursächlich nicht zusammengehörigen Realitätsebenen im Bild ist anzusehen als eine malerische Variante der Collage,...

" schön wie die zufällige Begegnung eines Regenschirmes und einer Nähmaschine auf einem Operationstisch" ( 1870 Compte de Lautréamont, Schriftsteller) diese Aussage bildet knapp und anschaulich die Ästhetik des Surrealismus ab, indem er sagt schön sein nicht irgend eine Harmonie oder eine wirklichkeitsgetreue Darstellung, sondern schön sei die zufällige, widersinnige Kombination von Realitätseben. Die Collage Bilder sind also: Die systematische Ausbeutung des zufälligen unter künstlich provozierten Zusammentreffens von zwei oder mehr wesensfremden Realitäten und einer augenscheinlich dazu ungeeigneten Ebene - und der Funke Poesie, welcher bei der Annäherung dieser Realitäten überspringt. Die Collagen artikuliert Unbehagen und irritiert damit; die Verblüffung ist eine der Effekte, die schon Dada im Auge hatte.



Die Sprach-Bilder


Magritte konfrontiert eine bildliche und eine sprachliche Behauptung die einander auszuschließen scheinen. Er demonstriert damit, dass das Bild auf einer anderen Realitätsebene funktioniert als das abgebildete. Es sind reflektorische Bilder, die auf erläuterndem Wege das Verhältnis zwischen Kunst und Realität behandeln.

Der denkerische Ansatz Magrittes bildet nur scheinbar einen Gegensatz zu den Intentionen der Surrealisten, denen man nicht gerecht wird, wenn man sie als rein irrationale eingeschätzt. Letztlich geht es den Surrealismus immer wieder um die Stärkung des Bewusstseins (natürlich auch hinsichtlich des Unterbewussten).

"Dadurch, dass die surrealistische Bewegung die Beziehungen der Realität untereinander um stürzte, konnte sie nur zur Beschleunigung der allgemeinen Gewissens-und Bewusstseins Krise unserer Tage beisteuern."( Max Ernst)  Stärkung des Bewusstseins über dessen Störung ist das Ziel.

Weder Sprache noch Darstellung sind Abbilder; sie sind Instrument hallo Systeme, Medien, mit deren Hilfe und unter deren Voraussetzungen Realität auf der Ebene des Scheins vergegenwärtigt wird.



Die Bild-Bilder


Diese Bildideen sind keine willkürlichen Gags, sondern Ergebnisse systematischer Überlegungen zur Funktion und zur Möglichkeit von Abbildungen, von flächiger und illusionistischer Darstellung, von deren Wechselbeziehungen und von mehreren, durch Bilder im Bild erzeugten Realitätsebenen. Ausgehend von dem Wissen um die Nichtidentität malte Magritte eine Serie von Bildern, die eine solche Identität vortäuschen und damit unmittelbar auf die Praxis von Wahrnehmungvorgängen eingehen.

Zum Beispiel das Fenster als Verbindung zwischen innen und außen; das Bild als Fenster durch das man (z. B. auf die Realität) schaut. Dieses Spiel von innen und außen gilt natürlich auch für die Wahrnehmung des Betrachters.

"Die Falle besteht in der unvermeidlichen Interpretation, zu welcher die Symbolliebhaber bestimmt ihre Zuflucht nehmen werden; und sie werden somit an alles andere denken (an einen symbolischen Sinn), nur nicht an den absoluten Gedanken, den doch gerade dieses Bild beschreibt."



Die Verwandlungs-Bilder


" die Freude an jeder gelungenen Metamorphose entspricht nicht einem elenden ästhetischen Distraktionstrieb, sondern dem uralten vitalen Bedürfnis des Intellekts nach Befreiung aus dem trügerischen und langweiligen Paradies der fixen Erinnerungen und nach Erforschung eines neuen, ungleich weiteren Erfahrungsgebietes." (Max Ernst)

Die Malerei vermag nicht Existierendes anschaulich zu machen. Mithilfe der Metamorphose verweist Magritte künstlerisch auf Assoziationen beziehungsweise Vorstellungen des Betrachters. Mitunter gibt es psychologisch zu erklärende Bezüge, mitunter existiert die Metamorphose um des Rätsels willen.




Die Kombinations-Bilder


Gegenstände werden von ihren Funktionen und aus ihrem Kontext heraus isoliert und neu zusammengefügt. Durch diese Kopplung des scheinbar Bekannten wird auf unvertraute Zusammenhänge hingewiesen und funktionieren sie als Modelle der Fantasie. Zündung oder Erkenntnis sind nur möglich, wenn die zusammengefügten Realitätsfragmente sich von Anfang an nicht beziehunglos zueinander verhalten . Die Elemente der Kombinatorik bei Magritte: der Ausgangsgegenstand und der zu ihm im inhaltlichen Bezug stehende, konfrontierte Gegenstand und der beiden im Bild gemeinsame Hintergrund oder Umraum.


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In der surrealistischen Malerei unterscheidet man zwei Tendenzen: Während Künstler wie Dalí und Magritte versuchten, realistisch dargestellte Objekte der Erfahrungswelt aus ihrem Kontext herauszunehmen und in neue, irrationale Sinnzusammenhänge einzubinden (veristischer Surrealismus), entwickelten Miró oder Arp eine zu abstrakt-organischen Formen tendierende Zeichenwelt (absoluter Surrealismus). 
Hier zB: Joan Miro





 

 




Darüber hinaus entstanden surrealistische Photographien und surrealistische Filme. 
Hier zB: Chema Madoz